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  • Hep-B Impfung ab April Standard für Neugeborene

    Ab April erhalten alle Neugeborenen Indiens Impfungen gegen Hepatitis B unter dem National Immunisation Plan (NIP). Momentan erhalten die jährlich ca. 26 Millionen Babies eine Dreifachimpfung gegen Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus; Impfungen gegen Masern und Tuberkulose, sowie eine Schluckimpfung gegen Polio.

    In Indien sind ca. 43 Millionen Menschen mit dem HBV infiziert, wobei ca. 10% davon als hochansteckend gelten. Hepatitis B wird für rund 80% aller Lungenkrebsfälle und 1% aller Todesfälle verantwortlich gemacht.
    Laut Times of India werden Impfdosen gegen den HBV zur Zeit nur in zehn indischen Bundesstaaten verabreicht, darunter Tamil Nadu, Kerala, Karnataka, Gujarat, Himachal Pradesh, Andhra Pradesh, Punjab und Westbengalen.

    Das Gesundheitsministerium hat bereits rund 100 Millionen Impfdosen bestellt und bildet das staatliche Krankenpersonal weiter, um einen reibungslosen Ablauf des neuen Impfplans zu gewährleisten.

  • Ölmafia panscht Diesel

    Nach dem Tod des Kollektors Yeshwant Sonawane in Malgoan im Bundesstaat Maharashtra hat sich das Ölministerium eingeschaltet. Der Familie des Ermordeten wurden knapp 40.000€ als Entschädigung zugesprochen, nachdem Sonawane am vergangenen Mittwoch mit Kerosin übergossen und angezündet worden war. Er hatte im Dienst Panscher auf frischer Tat ertappt.

    Der Vorfall hat zu landesweiten Protesten unter Regierungsarbeitern geführt, die teils Sicherheitsmängel für Mitarbeiter wie Sonawane beklagten, und teils aus Solidarität durchgeführt wurden.
    Fünf Jahre zuvor wurde der damals 27jährige S. Manjunath, Mitarbeiter der Indian Oil Corporation, von der Ölpanschermafia in Lakhimpur Kheri, Uttar Pradesh, erschossen, als er einen dortigen Verwässerungsfall untersuchte. Diebstahl und Verwässerung von Diesel ist ein bekanntes und weit verbreitetes Problem in Indien. Vor Jahren wurde Kerosin eingefärbt, um Streckung zu verhindern, doch der dafür verwandte Market konnte leicht wieder entfernt werden und war gesundheitsschädlich. Bereits 2006 verkündete der damalige Minister für Öl und Gas, Muli Dora, dass ein neuartiges, importiertes Färbemittel genutzt werden sollte, um "der Streckung von Sprit ein Ende zu setzen". Jetziger Minister für Öl und Gas, Jaipal Reddy, versprach am Donnerstag, binnen der nächsten sechs Monate solche Färbemittel sowie GPS-Systeme für den Transport von Kerosin einzuführen.

    Konservativen Schätzungen des Ölministeriums zu Folge werden 40% stark subventionierten Kerosins von Gangs gestohlen. Ein Drittel davon werden zu höheren Preisen weiterverkauft, während zwei Drittel zur Streckung von Diesel genutzt werden. Dabei werden auf zehn Liter Diesel drei Liter Kerosin genutzt.
    Kerosin gilt in Indien als "Pool Man's Fuel" (Sprit der Armen). Staatliche Ölfirmen beliefern sog. Rationsgeschäfte jährlich mit 9-10 Millionen Tonnen Kerosin, dessen subventionierter Preis bei 12,37Rupien pro Liter liegt, während es im Freien Markt für Rs.31/Liter verkauft werden kann. Der Liter Diesel kostet in Mumbai Rs.40/Liter.

  • Supreme Court bestätigt Strafurteil im Mordfall Staines

    Der oberste Gerichtshof Indiens hat das Strafurteil für Dara Singh sowie dessen Komplizen Mahendra Hembram im Mordfall Staines bestätigt. Demnach werden beide lebenslange Haftstrafen absitzen. Singh und Hembram hatten 1999 den australischen Missionar Graham Staines sowie dessen beide Söhne Philip, 10, und Timothy, 6, getötet, indem sie den Transporter anzündeten, in welchem die Opfer schliefen. In der ursprünglichen Verhandlung wurden sowohl Sing als auch Hembram zum Tode verurteilt, doch dieses Urteil wurde am 19. Mai 2005 vom Orissa High Court in eine lebenslängliche Haftstrafe umgewandelt. Zwölf weitere Angeklagte wurden freigesprochen. Diese Richtersprüche wurden nun vom Supreme Court bestätigt, nachdem Dara Singh und Hembram erneut in Revision gegangen waren.

    Richter P. Sathasivam und B.S. Chauhan erklärten weiterhin, dass die Untersuchungen bestätigt haben, Staines habe die lokale Bevölkerung konvertiert. Es soll auch erzwungene Konvertierungen gegeben haben. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Missionaren auf der einen Seite und hinduistisch geprägten Parteien und Organisationen auf der anderen Seite.

    Zuletzt war es 2008 im Bundesstaat Orissa zu anti-christlichen Auseinandersetzungen gekommen, die besonders den Distrikt Khandamal betrafen. Insgesamt starben 43-59* Menschen, während 18.000 verletzt wurden. 4.400-6.000* Häuser wurden niedergebrannt und 50.000 Menschen wurden obdachlos.

    *je nach Quelle: Financial Express, Wikipedia und OneIndia News

    Weiter zum Artikel (CNN IBN): target="_blank""SC upholds life term for Aus missionary killers"

  • Rassismus

    Auf die rassistischen Vorfälle, denen indische Studenten in Australien kürzlich zum Opfer fielen, reagierte man in Indien geschockt, fassungslos und wütend. Die Opposition fordert gar, die indische Regierung solle Stellung dazu nehmen, was sie zum Schutze indischer Studenten in Australien denn bereits unternehme und in Zukunft zu unternehmen gedenke. Doch in Hinblick auf diese Entwicklungen ist das Magazin Outlook mit einer eher unerwarteten Titelstory aufmarschiert: Aren't We Racist, too? fragt das Titelbild der aktuellen Ausgabe.

    Ich verlinke die Sammlung der Beiträge an dieser Stelle einfach ohne wertenden Kommentar; nicht weil ich Australien angreifen oder in Schutz nehmen möchte, sondern einfach, weil ich der Meinung bin, diese Artikel liefern einen sehr guten Einblick in den indischen Verhaltensalltag und beleuchten ein Tabuthema des Subkontinents.

    Zu den Artikeln: (Englisch)
    Our True Colours - Die dreiteilige Titelgeschichte über den recht offen gelebten, indischen Hang zur hellen Hautfarbe
    Doubly Deprived - Über die doppelte Benachteiligung dunkelhäutiger Waisenkinder im Adoptionsverfahren
    Cornered At Home - Über die Ausgrenzung nordostindischer Staatsbürger im eigenen Land
    "India is Racist, And Happy About it" - Die Erfahrungen eines Afroamerikaners auf Indiens Straßen
    Brownian Notions - Die Vorurteile der NRIs (Non-Resident Indians)

  • Indische Börse reagiert mit Rekordanstieg auf Wahlergebnisse

    Der 18. Mai hat sich an der indischen Börse den Zusatz "Goldener Montag" verdient, nachdem das Investitionsverhalten in Reaktion auf die Wahlergebnisse vom Sonntag zu einem Rekordanstieg von 10,73% (BSE sensex) bzw. 14,48% (NSE nifty) innerhalb der ersten 30 Sekunden nach Börsenbeginn geführt hat. Dieser Anstieg brach die Schallgrenze von 10% und führte daraufhin zu einer einstündigen Unterbrechung des Marktes, welche Diskussionen zwischen Bombay Stock Exchange und National Stock Exchange folgend auf zwei Stunden verlängert wurde. Der Handel sollte 11:55Uhr (Ortszeit) fortgeführt werden, doch innerhalb weniger Sekunden wurden sämtliche Geschäfte für den gesamten Tag ausgesetzt, nachdem der BSE sensex um 17,24% oder 2099 Punkte auf 14,272 angestiegen war. Der NSE nifty kletterte um 17,33% oder 636 Punkte auf 4308. Es ist das erste Mal, dass die indische Börse auf Grund eines schlagartigen Anstieges für einen gesamten Tag schließen musste.

    Dieser Rekordanstieg ist auf die Ergebnisse der Parlamentswahlen zurückzuführen, welche nach über einem Monat Wahlmarathon am vergangenen Wochenende bekannt gegeben wurden. Die Congresspartei hatte einen überragenden Sieg eingefahren und verspricht Investoren eine stabilere Regierung als die der letzten fünf Jahre. Die Abwesenheit der Linken füttert zudem die Erwartung durchgreifender ökonomischer Reformen und hat generell zur fantastischen Aufbruchsstimmung beigetragen. Inwieweit sich der Siegeszug der Börse fortsetzen wird oder ob es sich um eine weitere zu berstende Blase handelt, hängt unter anderem davon ab, ob die neue Regierung unter Dr. Manmohan Singh den Erwartungen der Wählerschaft gerecht werden kann. Singh hatte u.a. ein straffes 100-Tage-Programm versprochen, welches vor allen Dingen die Infrastruktur ankurbeln sollte, um Indiens Wachstum nachhaltig stabil zu gestalten, sich rasant entwickelnde Wachstumsinseln zu verknüpfen und auch das ländliche Volk durch soziale Wachstumspakete anzuspornen, den Binnenmarkt mit gesunder Nachfrage zu stimulieren.

  • Maoistische Angriffe auf Erste Phase indischer Parlamentswahlen

    Am 16. April setzte die erste Phase der indischen Parlamentswahlen ein, die sich insgesamt auf einen Monat erstrecken und in fünf Phasen aufteilen wird. Gestern schritten insgesamt 17 Bundesstaaten an die Wahlurnen.

    Während 14 Angriffen von Maoisten (in Indien als Naxaliten bekannt) auf Wahlstellen kam es zu insgesamt 17 Todesopfern. Ziel dieser Angriffe waren nicht die Wähler sondern hauptsächlich Sicherheitskräfte sowie Wahlbeauftragte. Helikopter mussten ausgesandt werden, um ins Kreuzfeuer geratene Armeekräfte zu evakuieren.

    Maoisten/Naxaliten nutzten sowohl Landminen als auch Raketenwerfer, um ihren Aufruf zum Boykott der Wahlen durchzusetzen. Man geht davon aus, dass diese Angriffe weit im Voraus geplant worden waren.

    Zur Absicherung gegen Terroranschläge durch Maoisten hatte man im Vorfeld Polizisten und paramilitärische Kräfte besonders entlang des sog. Roten Korridors positioniert, d.h. entlang dicht bewaldeter Gebiete, die als Hochburg der Maoisten gelten.

    Laut Wahlkommission lag die Wahlbeteiligung bisher zwischen 46 und 86%, wobei die Wahlbeteiligung in den von Gewaltanschlägen betroffenen Gegenden niedriger ausfiel.

    Fotolink:
    Dorfbewohner in Orissa stehen zur Wahl an

    Ariktel:
    Washington Post (Englisch) - Ausführlicher, aufschlussreicher Beitrag zu den Wahlen und den maoistischen Angriffen

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