Nach dem Tod des Kollektors Yeshwant Sonawane in Malgoan im Bundesstaat Maharashtra hat sich das Ölministerium eingeschaltet. Der Familie des Ermordeten wurden knapp 40.000€ als Entschädigung zugesprochen, nachdem Sonawane am vergangenen Mittwoch mit Kerosin übergossen und angezündet worden war. Er hatte im Dienst Panscher auf frischer Tat ertappt.
Der Vorfall hat zu landesweiten Protesten unter Regierungsarbeitern geführt, die teils Sicherheitsmängel für Mitarbeiter wie Sonawane beklagten, und teils aus Solidarität durchgeführt wurden.
Fünf Jahre zuvor wurde der damals 27jährige S. Manjunath, Mitarbeiter der Indian Oil Corporation, von der Ölpanschermafia in Lakhimpur Kheri, Uttar Pradesh, erschossen, als er einen dortigen Verwässerungsfall untersuchte. Diebstahl und Verwässerung von Diesel ist ein bekanntes und weit verbreitetes Problem in Indien. Vor Jahren wurde Kerosin eingefärbt, um Streckung zu verhindern, doch der dafür verwandte Market konnte leicht wieder entfernt werden und war gesundheitsschädlich. Bereits 2006 verkündete der damalige Minister für Öl und Gas, Muli Dora, dass ein neuartiges, importiertes Färbemittel genutzt werden sollte, um "der Streckung von Sprit ein Ende zu setzen". Jetziger Minister für Öl und Gas, Jaipal Reddy, versprach am Donnerstag, binnen der nächsten sechs Monate solche Färbemittel sowie GPS-Systeme für den Transport von Kerosin einzuführen.
Konservativen Schätzungen des Ölministeriums zu Folge werden 40% stark subventionierten Kerosins von Gangs gestohlen. Ein Drittel davon werden zu höheren Preisen weiterverkauft, während zwei Drittel zur Streckung von Diesel genutzt werden. Dabei werden auf zehn Liter Diesel drei Liter Kerosin genutzt.
Kerosin gilt in Indien als "Pool Man's Fuel" (Sprit der Armen). Staatliche Ölfirmen beliefern sog. Rationsgeschäfte jährlich mit 9-10 Millionen Tonnen Kerosin, dessen subventionierter Preis bei 12,37Rupien pro Liter liegt, während es im Freien Markt für Rs.31/Liter verkauft werden kann. Der Liter Diesel kostet in Mumbai Rs.40/Liter.